FAQ - Studium und Studieneinstieg
Häufig gestellte Fragen zum erziehungswissenschaftlichem Studium und Studieneinstieg
- Was ist überhaupt „Erziehungswissenschaft“?
- Welche Inhalte werden im Studium behandelt?
- Erziehungswissenschaften als Bachelor-/Masterstudium
- Unterscheiden sich die Studiengänge von Hochschule zu Hochschule?
- Welche Berufsfelder eröffnen sich nach dem Studium?
- „Numerus clausus", „Credit point", „Semesterwochenstunde" ... was bedeutet das?
- Welcher NC-Wert wird benötigt, um Erziehungswissenschaft studieren zu können?
- Wann und wie kann man sich bewerben?
- Wo gibt es weitere Informationen zum Studium?
- Welche Literatur hilft weiter?
- Was ist überhaupt „Erziehungswissenschaft“?
Die Erziehungswissenschaft, synonym auch Pädagogik genannt (eine begriffliche Abgrenzung wird an dieser Stelle nicht weiter vorgenommen), beschäftigt sich mit Lern- und Bildungsprozessen von Menschen aller Altersgruppen, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden. Dabei geht es nicht nur ausschließlich um die Erziehung in Familie und Schule; ebenso werden weitere Bereiche beleuchtet, wie:
· Erziehung und Bildung,
· die Entwicklung des Menschen,
· Erziehung und Gesellschaft,
· Forschungsmethoden,
· pädagogische Institutionen und
· die Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens.
Die Erziehungswissenschaft ist einerseits eine empirisch arbeitende Disziplin, was bedeutet, dass sie den Wirklichkeitsbereich „Erziehung“ und "Bildung" mit verschiedenen methodischen Ansätzen, Fragestellungen, Erkenntnissen und Arbeitsweisen untersucht. Andererseits setzen sich Erziehungswissenschaftler auch philosophisch mit der Frage auseinander, was „gute Erziehung“ bedeutet.
- Welche Inhalte werden im
Studium behandelt?
Die Inhalte des Pädagogik-Studiums sind vielfältig. Studierende setzen sich mit pädagogischen Grundfragen, Erziehungs- und Sozialisationstheorien, mit Bildungstheorien und auch mit der pädagogischen Praxis auseinander. Zudem erhalten sie grundlegende Kenntnisse über die Methoden sozialwissenschaftlicher Forschung sowie deren Anwendung und setzen sich mit den Grundlagen verschiedener pädagogischer Bereiche wie z.B. Sozialpädagogik, Erlebnispädagogik, Medienpädagogik, Sonderpädagogik und Erwachsenenbildung auseinander. Diese breite fachliche Grundlage soll Studierende dazu befähigen, Handlungsansprüche vor dem Hintergrund erziehungswissenschaftlicher Theorien zu beleuchten und so eine professionell-pädagogische Reflexionsfähigkeit zu erwerben.
- Erziehungswissenschaften als
Bachelor-/Masterstudium
Der Bachelor-Studiengang:
Es handelt sich um ein 6-8semestriges Studium, in dem im Kernfach die wesentlichen Grundlagen und Themen der Erziehungswissenschaft erworben und Studienschwerpunkte zur Vertiefung belegt werden. Das Studium wird mit der Bachelorarbeit sowie -prüfung abgeschlossen. Das Beifach (bspw. Soziologie, Psychologie) ist frei wählbar.
Es gibt an deutschen Hochschulen drei Bachelor-Varianten:
- ein reines Studium der Erziehungswissenschaft,
- eine Kombination mit einem zweiten Hauptfach und
- eine Kombination mit einem Nebenfach.
Der Master-Studiengang:
Der Master ist ein „Aufbaustudium" von zwei bis vier Semestern, das auf den Bachelor oder einen anderen berufsqualifizierenden Abschluss folgt. In der Regel greift es einen der klassischen Zweige der Erziehungswissenschaft (beispielsweise Sozialpädagogik, Schulpädagogik, Erwachsenenbildung oder Medienpädagogik) auf und vertieft Theorien, Forschungsmethoden, rechtliche Bedingungen und Fallstudien dem Schwerpunkt entsprechend.
Es gibt zwei unterschiedliche Modelle:
1) Der konsekutive Master wird im selben Fach wie der Bachelor absolviert und vertieft das Wissen aus diesem.
2) Der nicht-konsekutive Master steht Studenten anderer Fächer offen, wobei in den Prüfungsordnungen jeweils die Zulassungsvoraussetzungen geklärt sind.
In jedem Fall ist der Master aufgrund seines Anspruches, auch auf eine wissenschaftliche Karriere vorzubereiten, eher forschungsorientiert als der Bachelor (der eher anwendungsorientiert ist). Er soll aber auch auf Berufsfelder außerhalb von Forschung bzw. Hochschule qualifizieren.
- Unterscheiden sich die Studiengänge von Hochschule zu Hochschule?
Die Hochschulen haben sich auf ein Kerncurriculum geeinigt, das für eine gewisse Einheitlichkeit des Studienprogramms sorgt. Trotzdem setzt jede Hochschule eigene Schwerpunkte, beispielsweise auf interkulturelle Pädagogik, Erwachsenenbildung u.v.m.
- Welche Berufsfelder
eröffnen sich nach dem Studium?
Die Arbeitsfelder der Erziehungswissenschaft sind zum einen weit gestreut und in unterschiedlichen Institutionen verortet, zum anderen aber auch sehr spezifisch in Bezug auf die in ihnen verlangten Kompetenzen. Als wichtige Arbeitsfelder von Erziehungswissenschaftler/-innen können unter anderem genannt werden:
Sozialpädagogik:
Kinder- und Jugendhilfe (frühkindliche Erziehung, Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit), Sozialpädagogik im Umgang mit Devianz und Benachteiligung, Sozialpädagogik im Gesundheitswesen, Altenarbeit, internationale Soziale Arbeit, internationale und transnationale Organisationen der Sozial-, Entwicklungs- und Gesundheitspolitik
Erwachsenenbildung/Weiterbildung:
Berufliche Wiedereingliederung, allgemeine Erwachsenenbildung, politische Erwachsenenbildung, Eltern- und Familienbildung, betriebliche Aus- und Weiterbildung, überbetriebliche berufliche Weiterbildung, Personal-/ Organisationsentwicklung, Bildungsberatung
Medienpädagogik:
Medienpädagogische Einrichtungen im kommunalen und kirchlichen Bereich, Jugendmedienschutz, medienpädagogisch orientierte Kinder- und Jugendarbeit, Fernsehsender, Verlage, Multimediaproduzenten, E-Learning
Sonderpädagogik:
Sonderpädagogische und therapeutische Förderung von Menschen mit geistigen Behinderungen, Verhaltens- und/ oder Sprachstörungen, sprachheilpädagogische Praxen, Frühförderung, integrative Kindergärten, betreutes Wohnen und Arbeitsassistenz, Freizeitpädagogik, sonderpädagogische und integrative Einrichtungen
Bildungs- und Entwicklungsforschung:
Lehre und Forschung an Universitäten, an Fachhochschulen oder an außeruniversitären Forschungsinstituten
Sonstige pädagogische Arbeitsfelder:
Darüber hinaus arbeiten Pädagoginnen und Pädagogen in nicht-pädagogischen Arbeitsfeldern wie z.B. Informationstechnologie, Öffentlichkeitsarbeit, Kultur, Tourismus, Unternehmensberatung u.v.m.
- „Numerus clausus", „Credit point",
„Semesterwochenstunde" ... was bedeutet das?
Numerus Clausus
Die Abkürzung NC steht für Numerus clausus (lat.: beschränkte Zahl). Berechnet wird er über die Anzahl der freien Studienplätze in Relation zu der Anzahl der Bewerbungen (Abiturnote und Wartezeit). Wenn ein Studiengang sehr beliebt ist, ist der NC hoch. Der NC-Wert ändert sich jedes Semester und ist an jeder Hochschule unterschiedlich.
Credit Points
Credit Points sind Leistungspunkte (genauer: bei Universitäten gebräuchliche Einheiten), mit denen sich bestandene Kurse und Module in den BA/MA-Studiengängen dokumentieren und aufrechnen lassen. Für einen Abschluss ist eine gewisse Anzahl von Credit Points nötig, die der Teilnehmer während des Studiums sammeln muss. In der Regel sind dies 180 CP für ein 6-semestriges BA-Studium, 120 CP für ein 4-semestriges MA-Studium. Grundlage für die Berechnung der von den Hochschulen festgelegten Punkte ist der durchschnittlich zu leistende Arbeitsaufwand des Kurses. Die meisten Hochschulen orientieren sich am ECTS (European Credit Transfer System), wonach 1 CP ca. 30 Arbeitsstunden entspricht.
Semesterwochenstunde
Semesterwochenstunden (SWS) stellen die Anzahl der Stunden einer Lehrveranstaltung dar, die in einem Semester pro Woche besucht werden. Sie werden also nur für das jeweilige Semester gezählt. Ist die Lehrveranstaltung mit 2 SWS ausgeschrieben, dann füllt diese Lehrveranstaltung im jeweiligen Semester jede Woche 2 Stunden (d.h. 2x45 Min.) aus.
Die meisten Lehrveranstaltungen sind mit 2 SWS ausgeschrieben; es gibt aber auch Lehrveranstaltungen mit 3 SWS oder 4 SWS.
- Welcher NC-Wert wird
benötigt, um Erziehungswissenschaft studieren zu können?
Die NC-Werte variieren jährlich von Hochschulstandort zu Hochschulstandort. Eine Übersicht über die NC-Werte der letzten Semester stellen die Universitäten häufig auf ihrer Internetseite bereit.
- Wann und
wie kann man sich bewerben?
Bewerbungstermine für Studiengänge mit einem universitätseigenen NC:
Als Eckdaten können für das Wintersemester der 15. Juli, für das Sommersemester der 15. Januar genannt werden. Die Bewerbungsfristen variieren nochmal für Alt- und Neuabiturienten. Bitte erkundigen Sie sich dazu bei den jeweiligen Universitäten.
Die meisten Universitäten führen ihr Bewerbungsverfahren mittlerweile online durch. Dabei wird zunächst überprüft, ob die allgemeinen Studienvoraussetzungen erfüllt werden, also eine Hochschulzugangsberechtigung und darüber hinaus evtl. fachspezifische Zugangsvoraussetzungen (zum Beispiel Nachweis über ein absolviertes Vorpraktikum im pädagogischen Bereich) vorliegen. Im Anschluss müssen zusammen mit dem Kontrollblatt der Online-Bewerbung eine amtlich beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses und gegebenenfalls weitere Nachweise (z.B. über erfolgreich abgelegte Eignungstests, über Zivil-, Wehr- und Freiwilligendienst, über frühere Zulassungen) eingereicht werden.
- Wo gibt es weitere Informationen zum
Studium?
Bei weiteren individuellen Fragen wenden Sie sich gerne an die Studienberatung des BV-Päd., die auf der Basis eines fundierten Wissens über den Studiengang Erziehungswissenschaft, seine Struktur, die Fachrichtungen und die pädagogischen Berufe spezifische Fragen beantwortet. Weitere Ansprechpartner sind die universitätseigenen allgemeinen sowie fachbezogenen Studienberatungen, Fachbereichsbetreuer und Fachschaften. Einmal jährlich finden außerdem an den einzelnen Universitäten ein Hochschulinformationstag sowie Schnuppertage für Studieninteressierte statt.
Wer sich eine Übersicht über alle universitären Studienangebote deutschlandweit mit dem Kernfach Erziehungswissenschaft/Pädagogik (Abschlüsse: Bachelor, Master, Diplom und Magister) verschaffen will, kann dies über die Studienstandorte-Datenbank des BV-Päd. tun. Die Suche nach einem geeigneten Studiengang wird durch hilfreiche Links zu den jeweiligen Studieninhalten, -beratungen, Fachschaften, Promotionsmöglichkeiten und Alumni-Aktivitäten unterstützt. Über die eingerichteten Sortierfunktionen können zudem Bachelor- und konsekutive sowie nicht-konsekutive Master–Studiengänge gesondert aufgelistet werden.
- Welche Literatur hilft weiter?
Literatur zur Einführung
- Giesecke, H.: Einführung in die Pädagogik, 7. Aufl., Weinheim 2004
- Kron, F.: Grundwissen Pädagogik, 6. Aufl., München 2001
- Krüger, H.H./Helsper, W. (Hrsg.): Einführung in Grundbegriffe und Grundfragen der Erziehungswissenschaft, Stuttgart 2002
- Lenzen, D. (Hrsg.): Erziehungswissenschaft. Ein Grundkurs, 6. Aufl., Reinbek 2004
- Koller, H.Ch.: Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. Eine Einführung, 4. Aufl., Stuttgart 2009
- Rost, F.: Lern- und Arbeitstechniken für das Studium, 6. Aufl., Wiesbaden 2010
- Faulstich-Wielannd, H./Faulstich, P.: BA-Studium Erziehungswissenschaft. Ein Lehrbuch, Reinbek 2006
- Was ist überhaupt „Erziehungswissenschaft“?
